Ein Klient rief einmal an: Ein Artikel nenne das falsche Gründungsjahr. Er hatte recht – die Gründungsurkunde lag vor ihm. Der Artikel stützte sich auf ein Magazinporträt, in dem zwei Ziffern vertauscht waren.
Was dann kommt, überrascht die meisten. Die Korrektur erfolgt nicht, weil der Klient es besser weiß, sondern erst, wenn eine veröffentlichte, zuverlässige Quelle es so sagt. Wikipedia urteilt nicht darüber, was wahr ist. Sie verzeichnet, was überprüfbar ist.
Maßgeblich für die Aufnahme ist die Überprüfbarkeit, nicht die Wahrheit.
Das ist keine Pedanterie. Eine private Tatsache, so gesichert sie sein mag, lässt sich von einem Leser ohne Zugang zur Gründungsurkunde nicht prüfen. Der Fehler eines Magazins ist, einmal gedruckt, wenigstens nachprüfbar – auch wenn er falsch ist.
Die Lösung besteht nicht darin, mit einem freiwilligen Autor zu streiten. Sie besteht darin, die Korrektur an zitierfähiger Stelle zu veröffentlichen – ein berichtigter Artikel, eine behördliche Unterlage, eine Korrekturnotiz – und den Wikipedia-Artikel dann der Quellenlage folgen zu lassen. Wikipedia folgt der Welt; Schiedsrichter ist sie nicht.