Die Biografie eines regionalen Unternehmers stand zwei Jahre lang unangetastet, bis ein vorbeikommender Bearbeiter einen Löschantrag stellte und argumentierte, die vorhandenen Belege seien größtenteils Interviews und Pressemitteilungen im Gewand von Porträts. Der Klient erfuhr davon zuerst, durch eine automatische Benachrichtigung, und handelte, bevor er uns informierte: Er stellte den Link zur Diskussion in eine private Alumni-Gruppe und bat darum, dort „ein Behalten zu hinterlassen, damit wir die Seite nicht verlieren“.
Innerhalb eines Tages tauchten acht Konten in der Diskussion auf. Jedes hatte genau eine Bearbeitung vorzuweisen: diesen Kommentar. Jedes schrieb eine Variante von „behalten, in der Branche bekannt“. Keines nannte eine Quelle.
Kommentare gezielt von Personen einzuholen, die einer bestimmten Ansicht zugeneigt sind, gilt als unangemessen, weil es den normalen Prozess der Konsensbildung untergräbt.
Ein erfahrener Bearbeiter erkannte das Muster, noch bevor die Diskussion überhaupt zu uns durchdrang: dasselbe Zeitfenster für die Kontoerstellung, nahezu identische Formulierungen, kein einziges auf Quellen gestütztes Argument. Er schrieb das offen in den Diskussionsstrang. Nach Wikipedias Richtlinie zum Canvassing zählen so gesammelte Kommentare für die Person, die die Diskussion später schließt, überhaupt nicht, und der Vorgang selbst wird festgehalten. Das Problem des Artikels war jetzt nicht mehr nur die Quellenlage. Er trug nun auch einen Canvassing-Vorfall mit sich.
Genau das versteht falsch, wer ein Publikum mobilisiert: wie solche Diskussionen tatsächlich funktionieren. Sie werden nicht nach Beteiligung entschieden. Wer die Diskussion schließt, gewichtet Argumente, die sich auf Richtlinien stützen, vor allem, ob unabhängige, zuverlässige Berichterstattung in der von der Relevanz geforderten Tiefe vorliegt, und räumt einem gerade erst erstellten oder ausschließlich hierfür genutzten Konto kaum oder gar kein Gewicht ein, unabhängig davon, was es vorbringt. Acht begeisterte Kommentare ändern nichts daran, ob diese Berichterstattung existiert.
Was das Ergebnis tatsächlich änderte, kam zwei Tage später, von Seiten des Klienten, aber über den richtigen Weg: ein sachlicher Kommentar, von uns eingestellt, der zwei vom Antragsteller übersehene Porträts der regionalen Fachpresse auflistete, vollständig belegt. Genau diesen Kommentar zitierte die schließende Person in ihrer Entscheidung. Der Artikel blieb erhalten. Die frühere Kommentarwelle wurde in derselben Schlussbemerkung genannt, und im selben Atemzug verworfen.
Wenn die Seite eines Klienten also in eine Löschdiskussion gerät, bitten wir um genau eines: Weisen Sie uns auf Berichterstattung hin, die wir vielleicht nicht kennen, und lassen Sie uns sie belegt, in einem einzigen Kommentar, vorlegen. Kein Publikum losschicken. Eine Quelle kann eine Verwaltungsperson überzeugen. Eine Menge verdient sich, nach Wikipedias eigenem Maßstab, nur eine Erwähnung in der Diskussion dessen, was sie war.